Die Nepal Filzwaren Manufaktur wird von Hari Adhikari geführt. Er betreibt das Geschäft seit über 20 Jahren und hat sich seinen Betrieb selbst aufgebaut. Hari stammt aus einer Familie mit sechs Geschwistern und kennt den Wert von Eigeninitiative, Arbeit und Verantwortung.
Heute führt er das Unternehmen gemeinsam mit seiner Familie weiter. Er hat zwei junge Töchter. Seine Frau hilft im Laden mit und betreut Bestellungen, soweit es neben der Betreuung der beiden kleinen Kinder möglich ist.
Hari Adhikari betreibt zwei Manufakturen: eine für Filzschuhe und eine für Filzdekoration. Zusätzlich besitzt er einen Laden in Kathmandu.
Diese Struktur ermöglicht es ihm, verschiedene Produktbereiche getrennt und gezielt zu organisieren. Gleichzeitig bleibt der Laden ein wichtiger Ort für Verkauf, Kundenkontakt und Bestellabwicklung.
Direkt arbeiten rund 25 Menschen bei Hari Adhikari, davon etwa 90 Prozent Frauen. Für viele Frauen ist die Arbeit in der Filzherstellung eine wichtige Möglichkeit, eigenes Geld zu verdienen.
Oft arbeiten die Männer dieser Frauen außerhalb oder im Ausland. Die Tätigkeit in der Manufaktur bietet den Frauen deshalb die Chance, in Teilzeit oder Vollzeit etwas zum Einkommen der Familie beizutragen. Zudem ist Filzarbeit bei vielen Frauen beliebt, weil sie körperlich weniger anstrengend ist als andere handwerkliche Tätigkeiten.
Die Rohwolle für die Filzprodukte stammt aus Neuseeland. Hari erhält weiße Wolle, die anschließend nach Kundenwunsch gefärbt wird.
Nach dem Färben wird die Wolle getrocknet und danach gewalkt oder je nach Produkt in die gewünschte Form gebracht. So entstehen Schritt für Schritt die verschiedenen Filzartikel der Manufaktur.
Die wichtigsten Bestandteile der Filzherstellung sind heißes Wasser, Seife und viel Handarbeit. Je nach Produkt werden zusätzlich Netze und Handtücher verwendet, um die Wollprodukte während des Trocknens in Form zu halten.
Für Filzkugeln nutzt die Manufaktur Holzplatten, auf denen die Kugeln von Hand gerollt werden. Am Ende werden die fertigen Filzprodukte auf dem Dach getrocknet. Diese einfache, traditionelle Arbeitsweise zeigt, wie stark die Produktion auf handwerklichem Können und Erfahrung beruht.
Die besondere Stärke der Nepal Filzwaren Manufaktur liegt in liebevoll gearbeiteten Filzprodukten. Zu den Spezialitäten gehören Filztiere, Fingerpuppen, Eierwärmer und Pantoffeln.
Diese Produkte verbinden dekorative Gestaltung mit traditioneller Filztechnik. Viele Artikel entstehen durch sorgfältige Handarbeit und erhalten dadurch ihren individuellen Charakter.
Hari Adhikari übernimmt Verantwortung für seine Mitarbeitenden. Aus den Verkäufen legt er einen kleinen Geldfonds an. Neben dem regelmäßigen Lohn kann er daraus zum Beispiel Medizin bezahlen oder kranke Mitarbeitende unterstützen.
Zu Festivals gibt er seinen Arbeiterinnen und Arbeitern außerdem einen zusätzlichen Bonus. Diese Unterstützung zeigt, dass er seine Mitarbeitenden nicht nur als Arbeitskräfte sieht, sondern auch ihre persönlichen Lebensumstände im Blick hat.
Für die Zukunft würde Hari Adhikari gerne expandieren. Gleichzeitig ist es schwierig, neue Arbeitskräfte zu finden. Die junge Generation interessiert sich immer weniger für traditionelle Handarbeit.
Viele junge Menschen möchten lieber ins Ausland gehen. Hari sieht darin eine große Herausforderung für Nepal. Seiner Meinung nach müsste die Abwanderung gestoppt werden, damit Nepal eine Zukunft hat. Sonst bleiben vor allem ältere Menschen im Land zurück.
Trotz dieser Herausforderungen möchte Hari Adhikari seine Manufaktur weiterentwickeln. Sein Wunsch ist es, den Betrieb zu stärken, mehr Arbeitsplätze zu schaffen und die traditionelle Filzarbeit auch in Zukunft lebendig zu halten.
Dabei setzt er auf Erfahrung, familiäre Unterstützung, soziale Verantwortung und die besondere Qualität handgefertigter Filzprodukte aus Nepal.